Das Palais für aktuelle Kunst zeigt – Darker than blue – A Transatlantic Log
26. August – 1. Oktober 2017

Palais für aktuelle Kunst e.V. mit
Antje Feger und
Benjamin F. Stumpf

Im Rahmen eines Artistic Research-Projektes haben Antje Feger und Benjamin F. Stumpf auf Einladung des Palais für aktuelle Kunst und zum Anlass des 400-jährigen Stadtjubiläums lokale Spuren des neuzeitlichen Kolonialismus in der Hafen- und Handelsstadt Glückstadt verfolgt.
Diese ergeben sich konkret aus der Teilnahme Glückstadts am Afrika und schließlich transatlantischen Dreieckshandel und aus dem Nachlass des Glücksstädter Zoologen Rudolf von Willemoes-Suhm, der als Teil der Besatzung der HMS Challenger eine vierjährige Forschungsreise in die Karibik (u.a. Dänisch-Westindien), nach Afrika und in die Südsee unternahm. Das Spektrum der künstlerischen Untersuchung reicht damit von der Gründung der Glückstädter-Afrikanischen Kompanie Mitte des 17. Jhs. bis zur britischen Challenger-Expedition Ende des 19. Jhs. und findet in dem Ausstellungstitel, der ein 2010 veröffentlichtes Buch des britischen Wissenschaftlers Paul Gilroy zitiert, Anschluss an einen aktuellen Diskurs um die Herausforderungen einer afroamerikanischen Kultur im Bann postkolonialer, neoliberaler Konsum- und Objektgesellschaften. Die Ausstellung Darker Than Blue – A Transatlantic Log zeigt neben bereits bestehenden Arbeiten aus dem Werkzyklus Under Palm Trees, neue ortsspezifische Installationen, sowie plastische und akustische Arbeiten, in denen die umfassende Recherche der vergangenen Monate u.a. im Detlefsen-Museum und Stadtarchiv Glückstadt ihr Ergebnis und Ausdruck findet. Under Palm Trees markiert 2011 den Beginn einer vielschichtigen Auseinandersetzung des Künstlerpaares mit der kolonialen Vergangenheit Hamburgs und Schleswig-Holsteins. Eine zentrale Bedeutung haben hierbei die europäische Fremdwahrnehmung und ihre Selbstdarstellung, sowie die geografischen und anthropologischen Betrachtungen der ehemaligen deutschen und dänischen Kolonialgebiete. Durch z.T. subtile aber stets exakte Setzungen und Kombinationen, ausgehend von der Auswahl des Found Footage-Materials, dessen Dekonstruktion und Übersetzung, den verwendeten Bildtechniken, Träger und Präsentationsmedien bis hin zur Titelwahl, verdichten sich die ausgestellten Arbeiten zu Simulacra kolonialer Perspektiven und Konstruktionen des Exotischen und exotopischen Raumes. Die Künstler lenken den Blick auf Zibetkatze, Palmöl, Zucker und Baumwolle, Kartographie, Präparat und Bildtafel, Archiv, Systematik und Völkerschau, auf Objekte, Akteure, Requisiten und Kulissen, Techniken, Mechanismen und Strategien transatlantischer Aneignung und eurozentrischer Stigmatisierungen des Fremden. Zu der Ausstellung findet im Rahmen des Programms Kunst hoch Schule (ein Projekt der Muthesius Kunsthochschule Kiel) ein Workshop mit Schülern des Detlefsengymnasiums Glückstadt statt. Die Ergebnisse werden ab dem 6. Oktober in den Räumen des Palais ausgestellt und am Sonntag, dem 8. Oktober, im Vorfeld der Präsentation des Comics/Illustrationsbuches EISBERGE von Franziska Ludwig und Gregor Hinz, vorgestellt. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Verkaufs der dänisch-westindischen Kolonien, der drei Jungferninseln Saint Thomas, Saint John und Saint Croix an die USA, zeigt das Flensburger Schifffahrtsmuseum die Ausstellung Rum, Schweiß und Tränen – Flensburgs koloniales Erbe, eine lokale Perspektive auf die Auseinandersetzung mit dem Erbe des dänischen Kolonialreichs eröffnet aktuell ebenfalls die Veranstaltungsreihe SANKOFA – ALTONA IN DER KARIBIK.

Ort: Palais für aktuelle Kunst, Am Hafen 46, 25348 Glückstadt
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag, 13.00 bis 17.00 Uhr
Kuratorenführungen:
Sonntag, 3. September 2017 um 15.00 Uhr
Sonntag, 1. Oktober 2017 um 15.00 Uhr

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